Richtiger Umgang mit Ängsten #053

Katzenphobie als Aufmerksamkeitsgrund?

Wie reagieren Menschen auf Menschen mit Phobien und Ängsten? Viel interessanter scheint die Frage: Wie kann ich einen Phobiker denn überhaupt positiv unterstützen, damit er seine Angst verliert? Das sich lustig machen scheint nicht zu helfen, so beobachtet es mindestens Sibylle.

Scheinbar gefährliche Hauskatzen und Menschen die einander bei ihren Ängsten helfen wollen und das manchmal noch nicht so geschickt anstellen. Du erfährst heute was es mit Ängsten auf sich hat, wie du diese selber überwinden und auch andere Menschen dabei noch besser unterstützen kannst.

Erklären, warum man keine Angst haben muss, hilft nicht!

Nicht alle wollen Katzen streicheln. Sibylle hatte gerade eine Wohnungsbesichtigung von einem jungen Pärchen, und die Frau hatte Angst vor ihrer Katze. Die ist weggeschreckt: ‚Oh mein Gott, da ist eine Katze!‘ und hat die Hände so verworfen. Der Freund hat sie nur ausgelacht und gemeint: ‚Ja, ja, sie hat vor allen Katzen Angst.‘ und hat sie dann so vorgeschoben und gemeint ‚Jetzt tu doch nicht so. Geh da hin. Du kannst das.‘. Darauf hat sie die Hände noch mehr verworfen, hatte wirklich Schiss und diese Hilfe - wenn man es Hilfe nennen will - die er ihr angeboten hat, hat nichts gebracht. 

 

Offensichtlich hat es nichts geholfen. Manchmal müsste man nur beobachten, ob das, was ich gerade tue, funktioniert oder nicht. Und ich vermute, das war nicht das erste Mal, dass er ihr diesen Hinweis gegeben hat und diese Strategie gefahren hat. Nach dem zweiten, dritten Mal könnte man dann sagen ‚Okay, dann lass es.‘. 

 

Ich kann das gut nachvollziehen, da ich früher eine Spinnenphobie hatte. Und ich beobachte das bei vielen anderen Phobikern und Leuten, die vor etwas Angst haben. Das Erklären, das rationale Erklären, warum man keine Angst haben bräuchte, hilft dem Phobiker nicht, weil er selber im Kopf weiss, dass es keinen Sinn macht, diese Angst zu haben.

 

Sie tauchen wieder in dieselben Bilder ein, weil sie nicht anders gelernt haben, damit umzugehen. Das ist der wichtigste Punkt. Es scheint auf unbewusster Ebene eine neuronale Verknüpfung, die eine Angst triggert, und da spielt es keine Rolle, ob das Höhenangst ist, Spinnenphobie, Angst vor Regenwürmern, Angst vor irgendetwas, Teddybären oder so. Es spielt keine Rolle, um welche Angst es geht – die Info, dass man keine Angst haben bräuchte, hilft nicht. 

Angst ist erlerntes Verhalten

Das zweite, und das finde ich sehr, sehr spannend, das habe ich früher ebenfalls erlebt, ist, dass Menschen sich einen Scherz erlauben möchten und das Gefühl haben, es wäre wahnsinnig witzig, wenn sie mir eine Gummispinne hinwerfen oder solche Dinge. Oder: ‚Du hast da etwas auf dem Kopf – eine Spinne!‘, das ist blöd. Ich finde es nicht liebevoll.

 

Jetzt wieder zurück. Wenn dieser Mann beobachtet, dass sie ständig Angst hat, und beobachtet, dass, wenn er das tut, die Angst grösser wird, dann scheint das die falsche oder zumindest nicht die richtige Strategie zu sein. Sibylle fragt: ‚Was wäre gut gewesen? Was hätte dieser Mann machen können, um seiner Frau zu helfen? Er wollte glaube ich irgendwie helfen.‘. 

 

Ich glaube, das eine ist, sich nicht über das Verhalten des anderen lustig zu machen im Sinne von abwerten. Offensichtlich ist etwas da. Ich bin bei dir - im Practitioner machen wir da eine Lustigkeit draus - das ist eine andere Komponente im Bezugsmodell von NLP. Es geht nicht darum, auszulachen ‚Hehe, haha, du bist irgendwie, keine Ahnung..‘- ‚Irgendetwas stimmt mit dir nicht. Es ist etwas kaputt.‘. 

 

Sondern das ist erlerntes Verhalten, und das Verhalten ist sinnlos, weil es macht null Sinn, vor einer Katze Angst zu haben. Jetzt die Frage ist und das ist die interessantere Frage, die Frage ist nicht, warum dass sie eine Katzenphobie hat, weil der ist relativ simpel. Sie kriegt Aufmerksamkeit dafür.

 

Sie hat bestimmt ganz wichtige Gründe, warum das jetzt so ist. Meine These ist, in den meisten Fällen geht es nur um Aufmerksamkeit. Dass sie dann null drauf einsteigt und die Angst noch grösser wird und ‚das Theater‘ noch grösser wird, zeugt ein bisschen davon, dass das durchaus ein Spiel ist, das die beiden mögen.

Wie machst du das in deinem Kopf um Angst zu haben?

Vielleicht bekommt sie nur überhaupt nur dann die Aufmerksamkeit von ihm, die sie bekommen könnte. Keine Ahnung, das ist nur eine Mutmassung. Viel spannender als die Frage nach dem Warum ist: Wie macht sie das? Wie machst du das in deinem Kopf, dass du vor etwas Angst hast? 

 

Meine These ist sehr simpel: Sie hat ein Bild in einem riesengrossen IMAX-Kino, die Tonspur ist leer, es ist eine Endlosschlaufe. Selbstverständlich ist die Vorstellung einer Katze vor meinem inneren Auge, die drei, vier Meter gross ist, bedrohlicher, als wenn ich sie in Real sehe. Es ist nicht die Katze in Real, die bedrohlich ist und mir Angst macht, sondern die Vorstellung, die Repräsentation dieser Katze vor meinem inneren Auge. 

 

Der Punkt, worauf ich hinaus will: Es hilft nicht, wenn er sie näher an die Katze schiebt, denn dann wird diese Katze ebenfalls grösser. Der Punkt wäre daher typischerweise: Ich darf ihr beibringen, wie sie mit diesen inneren Filmen umgeht. Das funktioniert sehr, sehr einfach, das kannst du Zuhause ausprobieren.

 

Du machst in der Vorstellung aus dem Film ein Standbild, machst es schwarz-weiss, Foto, Printscreen, drehst es um – das ist eher für die älteren – und schaust, ob auf der Rückseite Kodak oder Fuji steht, das ist das Fotopapier von früher. Dann machst du das Bild ganz klein, klebst es am Horizont winzig klein mit rotem Klebeband – es ist wichtig, dass es rotes Klebeband ist – an den Ecken fest, und dann fühlt es sich bereits viel besser an. 

 

‚Es bekommt Distanz, wenn ich es in meinem Kopf nachprüfe.’, bestätigt Sibylle. Das ist genau das, was es macht: Kleine schwarz-weiss Standbilder bringen nicht dieselben Gefühle hervor wie grosse Bilder. Deshalb dürfen wir lernen, diese Filme zu verändern. Da gibt es sehr viele Techniken, die wir im Practitioner durchgehen. Das wäre die erste Stelle. 

Muster unterbrechen - Tonspur stören

Und auf jeden Fall, was immer hilft, ist, Muster zu unterbrechen. Sie sieht eine Katze, das ist ein auslösender Anker, dann geht der Film wahnsinnig schnell voran – und da auf einen anderen Wahrnehmungskanal zu stellen, das kann sehr helfen. Es könnte zum Beispiel helfen, zu pfeifen. Oder wenn jemand gerade an der Tür geklingelt hätte. Plötzlich ist die Phobie weg. 

 

Für alle, die ängstlich in den Keller gehen und pfeifen. Das ist ein Mechanismus, weil die Angst nicht funktioniert wenn Ton da ist, wenn die Tonspur überlagert ist, wenn ich etwas witziges drauf tue. Beispielweise ‚La Cucaracha’ für die Spinnenphobie. Ja, das macht Sinn.

 

Dann hätte er zum Beispiel - wenn er das Muster hätte unterbrechen wollen - vielleicht etwas sagen können wie: „Oh, siehst du? Da drüben ist ebenfalls ein schönes Badezimmer.“. Oder manchmal hilft einfach die Frage „Hast du gehört? Hast du das gehört? Hast du gehört? Ah, nichts. Ich habe mich geirrt.“

 

Kann manchmal an der richtigen Stelle helfen. Wir waren vor ein paar Folgen bei dieser Traumatageschichte. Letztlich ist es dasselbe Konzept in umgekehrt: Ich störe heftig. Wenn ich an der richtigen Stelle schnell den richtigen Wahrnehmungskanal erwische, wo ich ablenken kann, kann es durchaus sein, dass das Hirn die Angst vergisst. Das ist der eine Weg. 

Mach es witzig

Hier ist der Dialog dazu aus dem Podcast mit Sibylle:

 

Libero: Den anderen Weg mag ich sehr gerne, den kann man mit Kindern sehr gut machen. Mach ihn witzig. Ich vermute, die Katze vor dem inneren Auge ist bedrohlich. Wenn die Katze plötzlich rosarote Lackstiefel hat und einen rosaroten Kussmund mit Lippenstift, aufgespritzte Lippen, die Katze mit den aufgespritzten Lippen - nicht Titten, ihr Lieben. Lippen. Dass wir uns richtig verstehen. Nicht auf die Brüste gucken.

 

Sibylle: Die Katze hat auch Brüste?!

 

Libero: Ist das FSK16? 18? Muss man das…

 

Sibylle: Muss man das erwähnen?

 

Libero: Muss man das erwähnen? Ich habe keine Ahnung, ihr Lieben.

 

Sibylle: Dann heisst es einfach „Piep!“ an der Stelle, wo die Lippen sind.

 

Libero: Ja. Und die Tanze - äh die Katze. Die „Tanze“. Ja, sie tanzt.

 

Sibylle: Sie kann auch tanzen.

 

Libero: Genau. Sie spielt Dudelsack. Hast du einmal eine Katze mit Dudelsack beobachtet?

 

Sibylle: Nein. Ich gucke nachher Zuhause, ob sie das macht.

 

Libero: Und du hörst die Geräusche des Dudelsack ganz laut. Da läuft sie mit ihren roten Lackstiefeln, mit ihrem Kussmund, dem Mund, die Lippen, ihr Lieben. 

Angst weglachen?

Ich weiss, dass einige da draussen, wenn sie solche Dinge hören, sagen ‚Ja, ja, genau, und das soll jetzt funktionieren?‘. Ja, es ist die Wahrheit. Wenn ich diese Dinge an der richtigen Stelle mache. Sibylle hat die Löcherphobie erwähnt, es war lustig wir erwähnen es kurz: Eine sehr, sehr junge Teilnehmerin hat diese Lochphobie. 

 

Ihr Lieben, ich wusste nicht einmal, dass es so einen Scheissdreck gibt. Was sich da draussen Menschen überlegen, wovor man Angst haben kann! Dann habe ich es gegoogelt – hätte ich nicht tun sollen. Ich habe dann wichtige Erklärungen gefunden, warum man vor Löchern Angst haben sollte. 

 

Auf alle Fälle an diesem Tag habe ich mir überlegt: Ich kenne das nicht. Ich habe keine Ahnung. Was soll ich jetzt tun? Soll ich es einfach lassen? Ich habe dann gedacht: Wir könnten die Lochphobie in eine Spinnenphobie umwandeln, dann lösen wir die Spinnenphobie, weil das kann ich. De facto habe ich mir überlegt: Was soll ich jetzt machen? 

 

Dann ist mir diese Idee in den Sinn gekommen - ich weil ich habe ja meinen Dino, das wissen viele nicht, der Dino suggeriert mir manchmal solche Dinge - und Dino sagt „Lass da einen Bugs Bunny rausspringen und der macht ‚tüdüüüü’.“ Ich habe das ein-, zweimal gemacht – es war vorbei. Sie hat so gelacht, sie konnte gar keine Angst mehr haben. Das war wirklich zu sehen.

Unsinniges Verhalten mit Unsinn kurieren

Das Thema war erledigt. Und von daher: Ja, ihr Lieben, so ein Quatsch funktioniert wirklich. Ich nenne es bewusst Quatsch, denn es ist Quatsch. Im Modell von NLP - Richard Bandler sagt immer noch bis heute - Unsinnigkeit mit Unsinnigkeit zu kurieren, Unsinn mit Unsinn kurieren. Denn in unseren Breitengraden vor Katzen Angst zu haben ist kein sinnvolles Verhalten, das ist unsinniges Verhalten, daher darf ich es mit Unsinn kurieren.

 

Und wenn es noch Spass macht. Und es funktioniert jedes einzelne Mal. Das ist der Punkt, warum wir Spinnenphobien in fünf, zehn Minuten – Sibylle hat es bereits ein paar Mal live erlebt – sehr schnell lösen. Die Teilnehmer gehen nach Hause und tanzen vor den Spinnen. Sie freuen sich wenn sie Spinnen sehen. 

 

Wir können das sehr, sehr schnell und nachhaltig vor allem auch lösen. Die veränderten Bilder sind so ‚hardwired‘ im Kopf verankert, ein positives Trauma. Man kann an nichts anderes mehr denken. Wir wissen, wie das Gehirn funktioniert. Sehr schön. Ja, das würde ich diesem Herrn raten. 

Shownotes - Wochentipp

Wo probierst du, anderen Menschen, viellicht in positiver Absicht… das wäre die Hoffnung… Die Absicht ist immer positiv - Vorannahme von NLP - und im Sinne von, du hättest wirklich die Intention, zu helfen, und möchtest dem anderen Tipps geben. Wo machst du das in deinem Alltag vielleicht bereits über längere Zeit immer wieder mit derselben Art und Weise, wo du immer wieder anstehst, die Person verändert nichts?

 

Das wäre eine Stelle, wo du neu, anders, flexibler reagieren darfst. Du darfst flexibel werden. Du darfst neue Strategien haben. Da meine ich nicht nur ein, zwei, drei, sondern sechs, sieben, acht, zehn Alternativen. Wenn das eine nicht funktioniert, probiere ich etwas Neues, probiere ich etwas Neues, probiere ich etwas Neues. Test, operate, test. Schreibt uns auf welcome@brain-vitamins.ch wie es euch ergangen ist.

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